technik

PC ohne Meltdown und Spectre

Einen PC ohne Meltdown und Spectre – frei von den beiden Lücken in der Sicherheitsarchitektur der Prozessoren – doch woher nehmen!? Laut der Information der Hersteller Intel, AMD und ARM sind fast alle gängigen Prozessor-Modelle der letzten Jahre betroffen. Der PC-Benutzer hat also kaum eine vernünftige Wahl. Selbst wenn man sich „aus Sicherheitsgründen“ für den Neukauf eines anderen (nicht betroffenen) Rechners entscheiden wollte, findet man nur schwer einen brauchbaren Ersatz.

RaspberryPi3 mit Prozessor ARM Cortex-A53

Sind wirklich alle Rechner betroffen!? Ich konnte es einfach nicht glauben und habe mich daher auf die Suche gemacht! Und tatsächlich, nach einer langen Recherche im Internet, hatte ich ihn gefunden, den Prozessor ohne dieses Problem: ARM Cortex-A53! Verbaut wird dieser Prozessor u.a. im kleinen Mini-Rechner RaspberryPi3 – ein bei Bastlern, Makern und Tüftlern bekannter Einplatinen-Computer für vielfältige Technik- und Programmier-Projekte.

RaspberryPi3 als Desktop

Doch einen RaspberryPi3 als Desktop verwenden!? Geht das überhaupt!? Wieder folgte ein umfangreiches Suchen im Internet und dann war mir das mögliche Szenario klar. Der Ersatz-PC würde sicher nicht für anspruchsvollen Rechenaufgaben, wie Bildbearbeitung a la Photoshop oder Videoschnitt funktionieren. Aber ein sicheres Surfen im Internet, Internetbanking oder die Bearbeitung des Mailverkehrs sollten auf jeden Fall möglich sein. Und das ohne die Angst vor Datenklau über Meltdown und Spectre!

RaspberryPi3 als Desktop (Suitbert Monz)

PC ohne Meltdown und Spectre

Man muss sich nur eine der vielen RaspberryPi-Desktop-Varianten auswählen. Etwas Bastelei gehört dabei dazu. Aber man findet viel Unterstützung im Netz. Auch fertige Varianten, die den eigenen Aufwand reduzieren helfen, finden sich: So habe ich die Bauvorschläge von element14 und von WDLabs ausprobiert. Mit beiden Lösungen hat man innerhalb einer Stunde einen voll funktionsfähigen Desktop-Rechner am Start. Und das ohne Meltdown und Spectre! Na also, geht doch!

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bitcoin, gesellschaft, kryptowährung, wallet

Einstieg in Kryptowährungen – Mein Jahresrückblick

Mein Einstieg in Kryptowährungen, mein Jahresrückblick – mein ganz persönlicher Weg in ein neues und interessantes Thema. Schritt für Schritt habe ich mich im Jahr 2017 mit Bitcoin, Ethereum & Co beschäftigt. Vieles habe ich mir angelesen und gelernt. Dann aber auch praktisch ausprobiert und Erfahrungen gesammelt. Blockchains, Wallets, Handelsbörsen, Trades, Forks, ICOs und zahllose verschiedene Altcoins sind mir dabei begegnet. In diesem Blogartikel berichte ich darüber, wie ich vorgegangen bin.

Meine ersten Bitcoins kaufen

Nach viel Theorie-Studium zu Beginn wollte ich natürlich endlich auch praktisch loslegen. Um nicht gleich die Familienkasse zu verzocken, habe ich mir zunächst einen niedrigen, aber festen Betrag für dieses Unterfangen als Obergrenze gesetzt. Im Internet findet man viele Plattformen, die Bitcoins zum Kauf anbieten. Aber was ist hier wirklich seriös und legal?

Ich habe mich für folgenden Weg entschieden: Zuerst wurde ein Konto bei der Internetbank Fidor Bank in München eingerichtet. Fidor kooperiert mit der deutschen Website bitcoin.de, die einen Bitcoin-Handelsplatz anbietet. Bei bitcoin.de kann man sehr einfach auf eines der vielen Verkaufsangebote setzen. Mithilfe des Fidor Kontos wird die Bezahlung in Euro erledigt und schon hat man seine erste Kryptowährung gekauft! Aufgrund des hohen Bitcoin-Preises habe ich mich erstmal mit einem Bruchteil eines ganzen Bitcoin zufrieden gegeben 😉

Wallet – die Geldbörse für das Kryptogeld

Wohin jetzt mit dem neuen Geld!? So einfach, wie bei Euro-Münzen oder -Scheinen ist es bei der Kryptowährung nicht. Das virtuelle Geld muss in ein sogenanntes „Wallet“, ein „elektronisches Portemonnaie“. Hier hat man die Qual der Wahl: ein Wallet auf der Handelsplattform, Software-Wallet auf dem PC oder Smartphone oder spezielle Wallet-Web-Anbieter. Jede Lösung hat Vor- und Nachteile. Ein ganz wesentlicher Faktor ist dabei die Sicherheit der Daten. Denn wenn die Wallet-Daten gelöscht werden, verloren gehen oder anderweitig abhandenkommen, ist das Kryptogeld für immer verschwunden! Eine Möglichkeit die Wallet-Daten zu sichern, bieten sogenannte Hardware-Wallets, wie z.B. Trezor oder Ledger oder ein einfaches Paper-Wallet.

Als Mittelweg habe ich mich für das Multiwährungs-Wallet von exodus.io entschieden, das eine sehr hohen Bedienkomfort bietet. Neben der Aufbewahrung der Kryptowährungen kann man hiermit auch Währungen untereinander umtauschen.

Mit Kryptowährung handeln

Jetzt liegen die Coins also im Wallet, aber was fange ich nun damit an!? Eine Möglichkeit ist der Handel mit verschiedenen Währungen. Dazu habe ich wieder viel gelesen und unterschiedliche Konzepte von Kryptowährungen kennen gelernt. Einige Projekte und Ideen klingen vielversprechend und interessant. Und so habe ich dann Teile meiner Bitcoins in andere Währungen umgetauscht und auf ein Steigen des Kurses gehofft. Wer schon mal mit Aktien gearbeitet hat, wird sich hier schnell wiederfinden.

Spannend ist auch die Weitergabe von Bitcoins in sogenannte ICOs. Hier wird für eine neue Geschäftsidee Geld gesammelt. Funktioniert die Idee, kann es später hohe Gewinnbeteiligungen geben. Das Ganze ist aber extrem spekulativ und auch nicht frei von einigen dubiosen Teilnehmern. Also habe ich da lieber mal die Finger davongelassen!

Bitcoin herstellen – Mining

Kryptowährungen entstehen durch Rechenvorgänge auf Computern. Was liegt also näher, als solche Währungen selbst zu erzeugen!? Zunächst einmal braucht es entsprechendes Know-how, die Rechen-Hardware und -Software und den Strom, um diese Rechner zu betreiben. Diesen Aufwand muss man gegen die erzeugten digitalen Münzen gegenrechnen. Da sich nicht jeder diesen Aufwand leisten kann und will, gibt es in der Zwischenzeit einige Firmen, die diese Tätigkeit als „Dienstleistung“ anbieten. Gegen einen festen einmaligen Betrag „mietet“ man einen Bruchteil an Rechenleistung und erhält anteilig die erzeugten Kryptowährungen ausgezahlt.

Das ist natürlich ein gewisses Glückspiel, da die Frage, ob sich dieses Modell lohnt, stark von der Kursentwicklung abhängt. Steigen die Kurse für das virtuelle Geld, ist der ausgegebene Betrag schnell wieder eingenommen. Und vielleicht auch noch ein wenig mehr! Auch hier habe ich diese Variante einfach mal ausprobiert und etwas Rechenleistung bei den Firmen Genesis-Mining und Tresorio eingekauft. Seit diesem Zeitpunkt tröpfeln nun in Kleinstbeträgen die Coins in mein Wallet. Ob das irgendwann mal lohnend ist, muss ich abwarten. Interessant ist das Thema allemal.

Meine Bitcoins und das Finanzamt

Ja, zum Ende eines jeden Jahres beschäftigt auch mich die Frage der Steuern. Und natürlich wird auch ein Gewinn aus Kryptowährungen irgendwie jenseits eines Freibetrags zu versteuern sein. Mein Unbehagen in diesem Punkt, hat sich nach meiner Entdeckung der Seite cointracking.info wieder gelegt. Hier kann ich meine aus den verschiedenen verwendeten Plattformen exportierten Transaktionsdaten (csv-Dateien) importieren und nach allen Regeln der Kunst auswerten und analysieren lassen. Zum Ende des Jahres wird dann die vom Finanzamt geforderte FIFO-Betrachtung durchgeführt (first-in-first-out). So erhält man eine genaue Übersicht, welcher Anteil der Coins versteuert werden muss und welcher nicht. Das ist genau die Art von Auswertung, die ich gesucht hatte!

Meine Erfahrungen und ein Ausblick

Um mit Kryptowährungen reich zu werden, habe ich den richtigen Einstiegszeitpunkt verpasst! Da hätte ich ein paar Jahre früher anfangen müssen oder heute hohe Summen investieren müssen, die aber nicht zur Verfügung stehen.

Aber auch ohne diesen Aspekt konnte ich mit einem sehr geringen Einsatz viele interessante Themen, Mechanismen und Techniken kennen lernen. Von daher hat sich die Beschäftigung mit Kryptowährungen für mich in 2017 auf jedenfalls gelohnt! Blockchain & Co werden zukünftig sicher viele Bereiche, nicht nur die Finanzwelt, revolutionieren, sodass es mir wichtig ist, sich früh damit beschäftigt zu haben.

Schaut man nach den Ideen der „Gründerväter“ der Kryptowährungen findet man hier und da den Gedanken der Re-Demokratisierung des Geldwesens. So bringt die prinzipielle Struktur dieser Währungen eine generelle Unabhängigkeit von zentralen Instanzen mit sich. Das könnte, wenn man es sinnvoll im Sinne des Gemeinwohls einsetzt, viele neue, vielversprechende Ansätze für die Gesellschaft der Zukunft mit sich bringen. Als zwei Beispiele von vielen anderen seien hier nur mal die Ideen von humaniq.com oder fair-coin.org genannt.

Ich würde mir wünschen, dass die Diskussion zu Kryptowährungen sich mehr in diese Richtung entwickelt und Lösungen für eine am Gemeinwohl orientierte Wirtschafts- und Werteordnung hervorbringt. Dann können wir uns auch die Diskussionen um Blasenbildung, Investitionsgewinne und Spekulationen sparen. Denn das hatten wir ja nun schon – und das hat die Gesellschaft nicht sehr viel weitergebracht!

Haben Sie schon den Einstieg in Kryptowährungen gewagt? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

gesellschaft, grundeinkommen, politik

#BTW2017 – Was soll ich wählen!?

Bis zur Bundestagswahl ist es nicht mehr weit. #BTW2017 – wir haben im Fernsehen das #TVDuell zwischen Angela Merkel und Martin Schulz erlebt und den #Fünfkampf zwischen den Vertretern der kleinen Parteien. Auf Youtube gab es mit #DeineWahl einige Interviews von bekannten Youtubern, die Politikvertreter mit Fragen der Internetnutzer löcherten.

Doch hat das wirklich geholfen, Klarheit in die geplante Politik für die Zukunft dieser Parteien zu bringen? Bei mir ist vom Duell Merkel / Schulz der Eindruck eines alten Ehepaars geblieben, dass sich nicht richtig weh tun will und eigentlich mit dem gemeinsamen Leben (GroKo) ja ganz zufrieden war. Die Themen der Zukunft fanden dabei in dem Disput eigentlich nur am Rande noch Beachtung.

Die Runde der fünf kleinen Parteien war da schon deutlich abwechslungsreicher. Klar gezeigt hat sich mir wieder, wie verpeilt die AfD daher kommt (hat mich aber auch nicht überrascht). Warum die CSU hier vertreten war, hat sich mir leider nicht erschlossen, das sie ja eigentlich auf Bundesebene mit der CDU gemeinsam auftritt. DIE LINKE und Die Grünen zeigten in ihren jeweiligen Kernthemen Soziales bzw. Umwelt eigentlich ganz vernünftige Ansätze. Wenn es aber außerhalb dieser Schwerpunkte geht, komme ich sofort in Grübeln. Die FDP ist gleich Lindner. Das habe ich jetzt gelernt. Aber sonst? Für mich war das mehr eine Aneinanderreihung von Themen als Worthülsen, immerhin – zumeist von Zukunftsthemen. Einen Thermomix kaufe ich jetzt aber trotzdem nicht!

Also was nun!? Nur das Bündnis Grundeinkommen bringt tatsächlich eine grundlegend neue Idee für die Zukunft mit. Natürlich ist ein Grundeinkommen für Deutschland kein Allheilmittel. Aber ein Ansatz, der viele wichtige Themen unseres Sozialstaates neu und zukunftsträchtig ausrichten würde! Damit wäre die Zweitstimme also schon mal vergeben. Zur Erststimme muss ich nochmal in mich gehen!? Hat jemand eine gute Empfehlung?

 

 

politik, rheinhessen, umwelt

Landratswahl 2017 Mainz-Bingen

Am Sonntag, den 11.6.2017 findet die Landratswahl 2017 im Landkreis Mainz-Bingen statt. Nach einem in meinen Augen sehr trägen „Wahlkampf“, stehen den Wählern vier KandidatenInnen zu Auswahl. Zur Nachfolge von Landrat Claus Schick sind dies: Dorothea Schäfer (CDU), Professor Dr. Salvatore Barbaro (SPD), Irene Alt (Bündnis 90/Die Grünen) und Moritz Mergen (FDP).

Natürlich treibt mich auch in diesem Zusammenhang das Thema Fluglärm in Rheinhessen um. Denn schließlich sollen ja unsere politischen Vertreter, die Themen der Menschen in ihrer Region voranbringen. Da passt eine Anfrage der Initiative gegen Fluglärm in Rheinhessen e.V. sehr gut. Der Verein hatte den Kandidaten acht Fragen gestellt und sie nach dem beabsichtigten Engagement in den jeweiligen Punkten befragt. Mit der jeweils erbetenen klaren Aussage (ja / nein) sollte so ein kleiner Maßstab für die Bestimmung des richtigen Kandidaten in diesem Thema entstehen. Dies waren die Fragen:

  1. Schaffung von nächtlicher Ruhe durch ein absolutes Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr.
  2. Verringerung der Flugbewegungen bis auf 380.000 im Jahr.
  3. Schaffung von rechtlich einklagbaren Grenzen der Belastungen für die Bürgerrinnen und Bürger.
  4. Verursachergerechte Zuordnung von Kosten auf die Luftverkehrsindustrie und Stopp der Subventionen.
  5. Stopp der Billigflugangebote am Frankfurter Flughafen (RyanAir, etc.).
  6. Kein weiterer Ausbau des Frankfurter Flughafens und weiterer Flughäfen in der Region.
  7. Ablehnung von CETA und TTIP in der jetzigen Fassung.
  8. Ich sichere zu, dass ich mich als Abgeordnete/r nachprüfbar für eine Abnahme des Fluglärms einsetzen werde.

Das Ergebnis ist ebenso klar wie ernüchternd. Auf der Internetseite des Vereins kann man die Antwortenübersicht der Kandidaten einsehen. Danach unterstützt nur Frau Irene Alt (Bündnis 90/Die Grünen) die vorgebrachten Forderungen vorbehaltslos. Bei Frau Dorothea Schäfer (CDU) ist nur ansatzweise eine Positionierung in Richtung Fluglärmreduzierung erkennbar. Nach Aussage des Vereins war Herrn Professor Dr. Salvatore Barbaro (SPD) eine klare Beantwortung (ja/nein) in diesen Themen nicht möglich und die Antwort von Herrn Moritz Mergen (FDP) steht wohl noch aus.

Schade eigentlich! Ich hätte mir mehr Klarheit gewünscht, um am Sonntag zumindest in diesem Punkt einigermaßen „richtig“ abstimmen zu können. Da helfen mir weder Wirtschaftshörigkeit der Kandidaten, noch unklare oder gar nicht geäußerte Ansichten. Nein, ich gehe nicht mehr davon aus, dass ein vor einer Wahl von Politikern geäußertes Programm hinterher auch so umgesetzt wird, aber es wäre zumindest eine kleine Richtungsaussage gewesen.

Was also bleibt!? Vielleicht gibt es ja doch noch die Hoffnung auf eine/n PolitikerIn, der/die sich auch in den genannten Themen für die Wähler in der Region einsetzt – für deren Gesundheit und für eine lebenswerte Region!

technik, umwelt

Feinstaubsensor selbst bauen

Vor einigen Wochen hatte ich über das Projekt „Feinstaubsensor“ berichtet. Da mich das Thema irgendwie begeistert hat, habe ich die für den Aufbau eines solchen Sensors erforderlichen Bauteile gleich bestellt. Nachdem diese nun nach und nach aus China eingetroffen waren, konnte ich heute an den Aufbau des Gerätes gehen.

Auf der Projektseite von luftdaten.info findet man eine ausführliche Anleitung für den Zusammenbau. Nachdem man die Prozessorbaugruppe mit dem benötigten Betriebsprogramm versorgt hat („flashen“), müssen nur noch ein paar Kabel zur Verbindung der Komponenten gesteckt werden.

Zum Schluß wird das USB-Netzteil angeschlossen. Dann meldet sich der Sensor mit seinem WLAN-Accesspoint. So kann man dann im Web-Browser die Konfiguration des Gerätes durchführen. Schließlich ist es noch erforderlich, den Feinstaubsensor für die Projekt-Landkarte registrieren zu lassen. Auf der Karte erscheinen dann später die eigenen Daten am jeweiligen Wohnort.

Mir hat das Basteln des Feinstaubsensors viel Spaß gemacht. Das ist ein wirklich tolles Selbstbauprojekt! Und die Daten gibt es jetzt immer online live unter : http://frankfurt.maps.luftdaten.info Für die freundliche Unterstützung zu diesem Thema danke ich Stephan und Simon.

Feinstaubsensor Innenansicht (Suitbert Monz)

Feinstaubsensor Außenansicht (Suitbert Monz)

 

gesellschaft, grundeinkommen, politik

Andrea Nahles lehnt Grundeinkommen ab

Auf der Digitalkonferenz re:publica17 in Berlin hat Andrea Nahles (SPD) die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens abgelehnt. In einer Podiumsdiskussion auf der Veranstaltung betonte sie die ihrer Meinung nach unzureichende Eignung dieses Modells.

Ich habe mich insbesondere über die Meinung, dass eine solche regelmäßige Zahlung (das BGE) eine gewisse dauerhafte und damit unschöne Abhängigkeit von einer Leistung des Staates schaffen würde, gewundert. Da frage ich mich schon, wie man andere Sozialleistungen des Staates bewerten soll. Ist denn zum Beispiel nicht auch eine Familie, die die Entwicklung ihrer Kinder u. a. mit der Hilfe des Kindergeldes mitfinanzieren muss, auch vom Staat abhängig? Diese Argumentation geht leider weit am Thema vorbei!

Der Gegenvorschlag von Frau Nahles war ein Startguthaben für jeden Erwerbstätigen. Damit könne dieser dann eine Auszeit, Pflege von Angehörigen oder Qualifizierung im Laufe seines Berufslebens verwirklichen. Mir ist nicht klar, was diese Einmalzahlung mit dem grundsätzlichen Ansatz des Grundeinkommens zu tun hat. Für mich riecht das nach noch einer weiteren gigantischen Bürokratiebehörde, nach Eingriff und nach Einmischung des Staates in meine persönliche Lebensgestaltung. Und die allumfassenden Vorteile, die ein bedingungsloses Grundeinkommen mit sich bringen würde, erreicht dieses Modell bei weitem nicht!

Also doch kein Grundeinkommen mit der SPD!? Ich muss mir wohl zur Bundestagswahl die anderen Parteien noch einmal genauer anschauen.

gesellschaft, grundeinkommen, politik

Gibt es mit der SPD das Grundeinkommen?

Die SPD steht für soziale Gerechtigkeit. Sagt sie. Steht auf den Plakaten. Jetzt auch mit Schulz-Effekt. Auch die Geschichte der Partei steht für Themen wie Arbeit, Industralisierung und Gewerkschaftsbewegung. Doch heute!? Digitalisierung !? Arbeiten 4.0?

Ich denke, dass unsere Gesellschaft eine Neuorientierung in Sachen Sozialsysteme braucht. Das Modell Grundeinkommen bietet meines Erachtens hier vielversprechende Ansätze, die weit über die banale Auszahlung eines monatlichen Betrages an jeden einzelnen Bürger hinaus gehen würde. Kindergeldzahlungen, Rentensystem, Arbeitslosenversicherung und andere Bestandteile des Sozialstaates würden einer Neuausrichtung unterworfen!

Und so schaue ich in Erwartung der kommenden Bundestagswahl 2017 nach Parteien, die in diese Richtung denken oder entsprechende Ansätze in ihrem Parteiprogramm verankert haben. Per Twitter ging daher dieser Tage eine Frage zum Thema Grundeinkommen an die SPD:

Bisher keine Antwort! Keine Reaktion! Auch in den sonstigen Veröffentlichungen der Partei scheint kaum ein Interesse an der Umsetzung dieses Ansatzes zu bestehen.

Auf der Konferenz re:publica will Ministerin Andrea Nahles am 9.5.2017 in einer Podiumsdiskussion Rede und Antwort zum Thema Arbeiten 4.0 stehen. Ich bin gespannt, ob dort das Thema Grundeinkommen angesprochen wird. Oder muss man die Hoffung zur Umsetzung eines Grundeinkommen durch die SPD schon aufgeben!?